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Zeitungs-Stapel

Aktuelle Neuigkeiten aus dem Unternehmen Biochem.

Aspekte in der Fütterung zur Reduzierung des therapeutischen Einsatzes von Antibiotika

Vet and farmer discussing animal health

Eine optimale Tiergesundheit ist Grundlage für eine optimale Produktivität. Heutzutage herrscht ein erhöhter Druck, diese mit einem möglichst geringen Einsatz von Antibiotika zu erreichen. Neben strenger Hygiene und Biosicherheit, einem nachhaltigen Impfprogramm und der Kontrolle des Gesundheitszustands der Tiere spielen Umwelt- und Ernährungseinflüsse eine wichtige Rolle, um die Tiere gesund und produktiv zu erhalten. In der Vergangenheit waren Antibiotika-Strategien recht erfolgreich. Jetzt gilt es, gezielte Maßnahmen zu ergreifen, um den Einsatz von Antibiotika zu senken und das Produktionssystem als Ganzes zu stabilisieren.

Hochwertiges Futter ist ein Muss

Der Magen-Darm-Trakt spielt dabei eine sehr wichtige Rolle; Futter ist dabei einer der wichtigsten Bereiche, die das Verdauungssystem beeinflussen. Jungtiere sollen schnell große Futtermengen aufnehmen und Probleme mit der Verdauung, die in dieser Zeit häufig auftreten, sollten idealerweise ohne Antibiotika gelöst werden. Ein erster Faktor ist dabei die Verdaulichkeit des Futters. Die Auswahl und Verabreichung des Futtermittels muss an die Entwicklung angepasst werden. Obwohl es die Futterkosten erhöhen kann, gibt es keine Alternative zu dieser Investition in hochwertiges Futter.

Fütterungssystem und -management optimieren

Als zweiter Faktor beeinflussen Fütterungssystem und -management die Futteraufnahme. Die Tiere müssen das erste Futter so schnell wie möglich aufnehmen, um eine zügige Entwicklung des Verdauungstraktes zu gewährleisten. Neben der Entwicklung einer stabilen Darmflora und der Anpassung der tiereigenen Verdauungsenzyme ergibt sich dadurch auch ein positiver Effekt auf die tägliche Gewichtszunahme in der ersten Aufzuchtphase.

Ein weiterer kritischer Punkt ist die Ansäuerung des Nahrungsbreis im Magen. Eine Senkung des pH-Wertes ist entscheidend für eine gute Pepsin-Aktivität, um die Proteinverdauung zu starten und im Magen eine antimikrobielle Barriere zu erhalten. Dafür gibt es mehrere Säureprodukte, die auf verschiedenen organischen Säuren oder Kombinationen basieren. Dosierung und Effizienz der zugeführten Säuren werden durch die Pufferkapazität des Futters bestimmt. Die Menge und Zusammensetzung der Mineralstoffe sowie der Proteingehalt beeinflussen diese Pufferwirkung des Futters, die bei der Futterformulierung sowie bei der Dosierung von Säuerungsmittel berücksichtigt werden sollte.

Um die Gefahr zu reduzieren, dass unverdaute Nährstoffe zu einem Wachstum pathogener Keime in den hinteren Darmabschnitten führen, werden dem Futter Enzyme zugesetzt. Dabei unterstützen hochdosierte Phytasen ebenfalls die Proteinverdauung im sauren Milieu des Magens. Kohlenhydrate spaltende Enzyme führen neben der Energiebereitstellung für das Tier auch zu einer verringerten Viskosität der Digesta, was die Nährstoffresorption erleichtert. Die Nutzung exogener Enzyme zur Überwindung dieses Mangels ist daher eine weitere grundlegende Maßnahme, um weniger Antibiotika einsetzen zu müssen.

Weitere Futterzusätze zur Unterstützung

Neben den organischen Säuren und den Enzymen, die die Verdauungsleistung der Tiere unterstützen, leisten Probiotika und Präbiotika einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung der Darmflora. Dabei stehen verschiedene Arten zur Verfügung, die entweder für den langfristigen Einsatz im Futter oder aber für den kurzfristigen Einsatz zur Erstbesiedlung beziehungsweise Stabilisierung nach einem erforderlich gewordenen Antibiotikaeinsatz speziell geeignet sind. Zahlreiche Studien belegen die positiven Auswirkungen dieser Produkte.

Die praktischen Erfahrungen zeigen, dass nur mit einem Bündel an Maßnahmen die Notwendigkeit von Antibiotikaeinsätzen reduziert werden kann, da nicht die Auswirkungen einer fehlerhaften Fütterung behandelt werden können, sondern die Schwachstellen im System beseitigt werden müssen.

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