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Kolostrum oder warum wir Mutter Natur’s Wahl folgen sollten

24.06.2019

Calf Drinking Milk

Kälber, Ferkel, Ziegenkitze, Lämmer und Fohlen werden mit einem unreifen Immunsystem und einem Immunglobulinmangel geboren, daher sind Neugeborene direkt nach der Geburt besonders anfällig für Infektionskrankheiten (z.B. Pneumonien und Durchfälle). Kolostrum, auch Biest- oder Erstmilch genannt, wird nach der Geburt abgegeben und ist für das Neugeborene flüssiges Gold. Nicht nur die passive Immunität in Form von Immunglobulinen und Leukozyten, sondern auch weitere immunmodulatorische Inhaltsstoffe, überlebenswichtige Nährstoffe und über 50 bekannte biologisch aktive Substanzen sichern einen guten Start in das Leben.

Passive Immunität

Immunglobuline (Ig) haben viele Namen: Immunglobuline, Antikörper. Alle meinen die gleichen Y-förmigen Glykoproteine des Immunsystems, die hochspezifisch Pathogene (z.B. Viren, Bakterien, Gifte) binden – so passgenau wie ein Schlüssel nur in ein Schloss passt. Die Bindung des Antikörpers an den Erreger ist ein Startsignal, andere Komponenten des Immunsystems werden aktiviert und an den Ort des Geschehens gerufen, um den Eindringling zu vernichten. 5 Immunglobulinklassen umfasst das Immunsystem der Säugetiere: IgA, IgD, IgE, IgG und IgM. 70-80% des Gesamtproteingehalts im Kolostrums bilden Immunglobuline, allen voran mit 85 – 90% IgG, gefolgt von 10 – 15% IgA und IgM, die anderen beiden sind nur in Spuren enthalten.

Die Placenta ist eine semipermeable Membran, die eine Übertragung der mütterlichen Immunglobuline auf den Fötus verhindert. Die Aufnahme von Kolostrum und den enthaltenen Immunglobulinen, auch passive Immunisierung genannt, ist daher überlebensnotwendig. Die aufgenommenen immunmodulatorischen Inhaltsstoffe bieten Schutz vor eindringenden Erreger, so dass das eigene Immunsystem Zeit hat auszureifen. Bei der aktiven Immunisierung (z.B. Feldinfektion, Impfung) hingegen muss sich das körpereigene Immunsystem mit den Pathogenen selbst auseinandersetzen und eigene Antikörper bilden.

Ein rezeptorvermittelter Mechanismus auf den Darmzellen des Neugeborenen schleusen die kolostralen Immunglobuline in den ersten 24 – 36 Stunden nach der Geburt vom Darminneren in den Blutkreislauf. Sowohl die Menge als auch der Zeitpunkt der Kolostrumaufnahme korrelieren sehr stark mit der Serum – IgG Konzentration als auch der Krankheitsanfälligkeit (Fig. 1a): Je höher die Serum-IgG Konzentration, desto niedriger sind Krankheitsinzidenz, Morbidität- und Mortalitätsraten.

Abbildung 1: (a) Eine frühe Kolostrumaufnahme resultiert in besseren Immunglobulin-Absoptionsraten (adaptiert nach Watermann, 1998) Abbildung 1: (a) Eine frühe Kolostrumaufnahme resultiert in besseren Immunglobulin-Absoptionsraten (adaptiert nach Watermann, 1998)

Abbildung 1: (b) Kälbersterblichkeit korreliert mit der IgG Plasmakonzentration (adaptiert nach Godden, 2008)Abbildung 1: (b) Kälbersterblichkeit korreliert mit der IgG Plasmakonzentration (adaptiert nach Godden, 2008)

Kolostrum – eine magische Milch

Kolostrum sichert nicht nur den Immunschutz, sondern liefert auch im Vergleich zu Vollmilch höher konzentrierte Inhaltsstoffe für die Organentwicklung; das Immun- und Gastrointestinalsystem eingeschlossen. Zusätzlich zu den erwähnten Immunfaktoren (z.B. Immunglobuline, Leukozyten) spielen Lactoferrin, Lactoperoxidase und Lysozym eine wichtige Rolle bei der initialen Abwehr gegen eindringenden Krankheitserreger. Diese Enzyme hemmen das Wachstum und zerstören Pathogene (z.B. Bakterien, Viren, infizierte Zellen).

Wachstumsfaktoren, allen voran IGF-1, IGF-2 und EGF, und prebiotisch wirksame Inhaltsstoffe (z.B. Milcholigosaccharide) unterstützen die Zellvermehrung, -differenzierung und Proteinsynthese im Darm. Die Nährstoffaufnahme wird dadurch gefördert, resultiert in längeren Villi und einer besseren Reperaturrate geschädigter Darmzellen.

Die im Kolostrum enthaltenen hochverdaulichen Bestandteile (Fett, Proteine, Vitamine A, D, E und B) sorgen für den nötigen Energieschub nach der Geburt und erleichtern die drastische Umstellung von intra-uteriner zu extra-uteriner Nahrungsaufnahme. Unerlässlich zur Aufrechterhaltung für die Thermoregulation und Körpertemperatur sind Fett und Laktose, nicht nur bei schwachen Neugeborenen.

Kolostrummanagement

Auch auf gut geführten nordamerikanischen, australischen und europäischen Milchvieh- und Rinderbetrieben wurden bei 15-40% der Kälber eine unzureichende Kolostrumversorung festgestellt. Kälber benötigen 4 Liter hochwertiges Kolostrum (> 50 g/l IgG) innerhalb der ersten 6 Stunden nach der Geburt (Fig. 1a), damit ein ausreichender Immunstatus (> 10g/l IgG und > 5.5g Serum-Totalprotein) erreicht wird. Eine 2. Kolostrum-fütterung in den darauffolgenden 12 Stunden sowie in den darauffolgenden ersten Lebenstagen wirken sich langfristig positive auf Gesundheit und Leistung aus. Aber nicht nur die Kolostrumqualität und -aufnahme, sondern auch ein hoher Hygienestandard sind entscheidend für einen erfolgreichen passiven Immuntransfer. Nicht immer steht maternales oder betriebseigenes Kolostrum guter Qualität zur Verfügung; solche Engpässe können sein: schlechte Qualität oder geringe Menge des maternalen Kolostrums, Krankheitsübertragung vermeiden (z.B. Paratuberkulose, infektiöser Durchfall), “Sorgenkinder” (Schwäche, kleine Wiederkäuer, schlechtem Wetter, Schwergeburt, Zwillinge) und bei zweifelhafter Kolostrumaufnahme. Um in diesen kritischen Fällen die Kolostrumversorgung sicherzustellen, sollte auf einen hochwertigen Kolostrumersatz oder -ergänzer zurück gegriffen werden.

Kolostrumpulver – ein ausgeklügeltes Konzept, nicht nur Immunglobulinquelle

Das Kolostrumpulver B.I.O.Ig wird aus reinem, bovinem Kolostrum hoher Qualität hergestellt und zur  Verbesserung des Kolostrummanagements und der Jungtiergesundheit eingesetzt, Der Gesamtimmunglobulingehalt wird abhängig vom Produkt auf 15%, 20% oder 30% standardisiert und enthält Antikörper gegen ein breites Erreger-Spektrum Während des Herstellungsprozesses wird das Kolostrum für die 20%ige und 30%ige Ware entfettet, die 15%ige wird keinem Separationsschritt unterzogen. Die immunologisch und biologisch aktiven Substanzen bleiben erhalten.  B.I.O.Ig unterstützt die Jungtierentwicklung auf verschiedenen Ebenen, denn es:

  • Vermittelt den passiven Immuntransfer

  • Fördert die Entwicklung des Immunsystems

  • Stärkt die lokale Immunität

  • Verbessert die Entwicklung und Regernation der Darmzellen

  • Hat einen abführenden Effekt

B.I.O.Ig kann als vollwertiger Kolostrumersatz eingesetzt werden. In Versuchen wurden bei Kälbern und Ziegenkitze, die ausschließlich B.I.O.Ig und kein maternales Kolostrum erhielten, gute Absorptionsraten gemessen und eine schützende Immunität erzielt. Die Vorteile von B.I.O.Ig beschränken sich nicht nur auf den erfolgreichen Transfer der passiven und lokalen Immunität, sondern sind breit gefächert:

  • Sicher: Frei u.a. von Paratuberkulose, Salmonellose, Boviner Leukose, Brucellose, Maul- und Klauenseuche

  • Frei vom IBR-verursachenden BHV1 – Feldvirus, keine Antikörper gegen das BHV1 - Feldvirus

  • Pures Kolostrum – Keine weiteren Komponenten zugesetzt (z.B. Serum, Molkenprotein)

Zusammenfassung

Gutes Kolostrummangement ist eine lohnende Investition in die Zukunft der Jungtiere, denn eine optimale ernährungsphysiologische und immunologische Unterstützung von Beginn an ist die Basis für eine solide Entwicklung. B.I.O.Ig, ist ein reines Rinderkolostrum-Pulver mit einem hohen Immunglobulingehalt, das sowohl als vollwertiger Ersatz und als Ergänzer des maternalen Kolostrums eingesetzt werden kann.

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