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Colostrum for Healthy Piglets

Die Bedeutung der Kolostrumaufnahme bei Ferkeln und die Supplementierung von bovinem Kolostrum

Die Bedeutung der Kolostrumaufnahme bei Ferkeln und die Supplementierung von bovinem Kolostrum

Das Kolostrum, auch Kolostralmilch oder Biestmilch genannt, ist die erste essenzielle Nahrung, welches den Ferkeln in den ersten Tagen nach der Geburt zur Verfügung steht. Die Bildung und Komposition des Kolostrums variiert jedoch unter den Sauen und die verfügbare Kolostrummenge je Ferkel ist nicht immer ausreichend. Aber warum ist eine rechtzeitige und ausreichende Aufnahme von Kolostrum eigentlich so wichtig? Weshalb ist eine Supplementierung von bovinem Kolostrum sinnvoll? – Wir klären Sie auf!

Die Bedeutung der Kolostrumaufnahme

In Vergleich zu Menschen und einige Tierarten, werden Ferkel ohne eine passive Immunität geboren. Eine Übertragung der passiven Immunität kann erst nach der Geburt über die Kolostrumaufnahme gestattet werden. 

Als einzige externe Energiezufuhr nach der Geburt, ist die Aufnahme von Kolostrum auch für die Thermoregulation und das Körperwachstum der Ferkel von großer Bedeutung.

Die essenzielle Aufgabe des Kolostrums ist es also, das Ferkel sowohl mit maternalen Antikörper zu versorgen, als auch mit Energie. Ein Ferkel, welches nicht genügend Kolostrum erhält, ist prädisponiert für eine frühe Infektion und die Mortalitätsrate steigt. Eine frühzeitige und ausreichende Versorgung mit Kolostrum ist daher ausschlaggebend für eine optimale Ferkelentwicklung.

Die Immunität und mögliche Herausforderungen während der Ferkelentwicklung

Über die Darmwand werden die von der Mutter über das Kolostrum übertragenen Antikörper aufgenommen. Diese Fähigkeit, Antikörper aus dem Darminhalt aufzunehmen, ist allerdings zeitlich begrenzt. Ab zwölf Stunden nach der Geburt können die kolostralen Antikörper die Darmwand nicht mehr passieren und werden ab diesen Zeitpunkt im Darm wie normale Eiweiße verdaut. Ohne eine rasche Aufnahme von maternalen Kolostrum als Schutz gegen krankmachende Keime, haben Saugferkel kaum eine Überlebenschance. Erst zwei bis drei Wochen nach der Geburt beginnt das Ferkel eigene Antikörper zu bilden – die aktive Immunität.

Große Würfe – wenig Kolostrum

Die durchschnittliche Wurfgröße der Sauen wurde durch genetische Selektion in den letzten Jahren deutlich erhöht. Dies ist jedoch mit einer Verringerung des durchschnittlichen Geburtsgewichts verbunden und gleichzeitig einer erhöhten Variation des Körpergewichts im Wurf. Mit zunehmender Wurfgröße sinkt die aufgenommene Kolostrummenge pro Ferkel da die erforderliche Menge an Kolostrum nicht vorhanden ist, um den Bedarf der Ferkel decken zu können.

Ferkel, die mit geringem Geburtsgewicht geboren werden oder eine lange Geburtsphase hinter sich haben, sind oft erschöpft und finden nicht rechtzeitig den Weg zum Gesäuge. Die bedarfsgerechte Kolostrumversorgung der Saugferkel in großen Würfen wird daher schnell knapp (siehe Tab. 1). Die angestrebte Mindestmenge von 250 g aufgenommenen Kolostrum je Ferkel ist somit nicht immer gegeben.

Tab. 1: Einfluss der mütterlichen Kolostrumproduktion und der Wurfgröße auf die verfügbare Kolostrummenge je Ferkel.

Saugferkel sind besonders anfällig für Krankheiten, da die aktive Immunität zu Beginn noch nicht ausgebildet ist. Zudem können mögliche Infektionserreger deren pathogene Wirkung leichter entfalten, da der naive Darm noch keine ausgeprägte Kommensalflora ausgebildet hat. Ferkeldurchfälle gelten als die weltweit häufigste Verlustursache sowohl bei Saugferkeln als auch bei Absetzferkeln.

Die Zeit nach dem Absetzen – eine kritische Phase

Die Zeit nach dem Absetzen ist ausschlaggebend für die Schweineindustrie und wird von früheren Ereignissen während der Tragezeit und Laktation beeinflusst. Fütterungsbedingte Ferkeldurchfälle, verursacht durch einen zu drastischen Futterwechsel von einer laktosebetonten Milchernährung ersetzt durch eine stärkebetonte Ernährung, treten häufig auf. Nachdem die Ferkel in der Säugephase hochverdauliches Kolostrum und Milch von der Sau erhalten haben, wird die Ernährung nach dem Absetzen auf festes Futter umgestellt. Zahlreiche Faktoren können Verdauungsstörungen nach dem Absetzen hervorrufen, unter anderem das Nichtzustandekommen der Entwicklung der adaptiven Immunantwort und das Fehlen von maternalen Antikörpern. Zudem entsteht, bei Ferkel im Alter von drei bis fünf Wochen nach der Geburt, eine Immunitätslücke – die mit dem Kolostrum aufgenommenen mütterlichen Antikörper werden abgebaut und die Bildung von eigenen Antikörpern fängt erst an. Durch Stresshormone wird die Zellteilungsaktivität der Lymphozyten gehemmt, welches zu einer zusätzlich erhöhten Krankheitsanfälligkeit führt.

Die Komposition von bovinem Kolostrum

Bovines Kolostrum enthält hohe Mengen an essentiellen bioaktiven Komponenten, ähnlich die in der maternalen Nahrung der Sau. Zu den wichtigsten bioaktiven Komponenten zählen die Immun-, Wachstums- und antimikrobielle Faktoren.

Das bovine Kolostrum, wie auch das Kolostrum von Sauen, enthält ein besonders hohen Gehalt an Protein. Hier besteht das Protein in den ersten Stunden nach der Geburt zum größten Teil aus γ-Globulinen, die sogenannten Immunglobulinen. Drei Immunglobulinklassen IgG, IgA, und IgM sind im Wesentlichen im Kolostrum enthalten.

Die Immunglobuline haben zahlreiche Funktionen.  Zum Beispiel können sie Bakterien früh erkennen und binden, und dadurch die Adhäsion an Schleimhautepitelzellen verhindern. Außerdem können sie Viren und bakterielle Toxine neutralisieren. Die immunologische Funktion, welches durch die Immunglobuline vermittelt wird, hängt von der Immunglobulinklasse ab.

Wachstumsstimulierende Faktoren dagegen, spielen eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des Darms bei neugeborenen Tieren. Als am häufigsten vorkommende Wachstumsfaktoren im Rinderkolostrum gelten Insulin-like Growth Factor (IGF) -I und -II. Ihre Aufgabe ist es, das Zellwachstum und die Zelldifferenzierung zu stimulieren.

Ein weiterer Wachstumsfaktor ist das sogenannte Epidermal Growth Factor (EGF). Dies spielt eine wichtige Rolle bei der Zelldifferenzierung bei jungen Tieren und kann einen positiven Einfluss auf die Bildung der Darmschleimhaut im Dünndarm haben.

Auch das Transforming Growth Factor beta (TGF-ß) erfüllt eine Vielzahl an Funktionen im Organismus. Drei verschiedene Isoformen sind seit längerer Zeit bekannt. Diese drei TGF-β Isoformen (TGF-β1, -β2 und -β3) sind Zentralregulatoren der Zelldifferenzierung, Migration, Proliferation und Genexpression, die an u. a. reparativen und fibrotischen Reaktionen beteiligt sind.

Zu den antimikrobiellen Faktoren gehört das Lactoferrin, die Lactoperoxidase und die Lysoseme. Lactoferrin unterstützt und stärkt das Immunsystem durch dessen immunmodulierenden Eigenschaften. Es gilt als ein wichtiger Bestandteil des unspezifischen Immunsystems, da es antimikrobielle Eigenschaften gegen Bakterien, Pilze und eine Mehrzahl von Viren zeigt. Lactoferrin ist z. B. in der Lage, eine Adhäsion von Bakterien auf abiotischen Oberflächen zu verhindern durch ionische Bindungen an Biomaterialien oder an bakterielle Strukturen.

Lactoperoxidase ist ein im Kolostrum und Milch vorkommendes Enzym, welches eine antimikrobielle Wirkung hat. Es wirkt als Katalysator für eine oxidative Reaktion im Organismus. Durch ein toxisches Oxidationsmittel können Bakterien gehemmt werden. 

Die Wirkung von Lysosyme gilt als wichtiger Abwehrmechanismus des Wirts und ist entscheidend für die Immunität. Sie besitzen die Fähigkeit Bakterien abzutöten, indem sie beim Abbau von Zellwänden potenziell schädlicher Bakterien hilft.

Der Einsatz von bovinem Kolostrum beim Ferkel

Bovines Kolostrum wird seit hunderten von Jahren als traditionelle oder ergänzende Therapie in der Human- und Veterinärmedizin eingesetzt.

Die Ergebnisse einer Mehrzahl von Studien haben erwiesen, dass der Einsatz von bovinem Kolostrum einen positiven Einfluss auf die Darmgesundheit, Leistung und Gesundheitsstatus von Ferkeln haben kann.

Eine Supplementierung mit bovinem Kolostrum kann zu einer Verbesserung der Resistenz gegen systematische Infektionen bei unreifen und immungeschwächten Ferkeln führen. Auch verbesserte Darmparameter wie Zottenhöhe, Absorptionsrate von Enzymen und Zuckern im Dünndarm, die erhöhte Zelldichte im Dickdarm und eine verminderte Inzidenz von schweren Nekrotisierende Enterokolitis (NEK) und Durchfall ist zu erwarten. Zudem hat eine Ergänzung mit bovinem Kolostrum einen positiven Einfluss auf die Organ- und Darmentwicklung von Saugferkeln.

Bovines Kolostrum wird außerdem bei gesundheitlichen Problemen nach dem Absetzen verwendet. Studien zur Supplementierung von bovinem Kolostrum bei abgesetzten Ferkel zeigen positive Ergebnisse auf die Futteraufnahme und Wachstumsleistung in der ersten Woche nach dem Absetzen. Darüber hinaus kann die Futterverwertung verbessert werden. Zudem kann der Einsatz von bovinem Kolostrum eine positive Wirkung auf die Darmgesundheit haben. Die Darmintegrität wird verbessert, die Darmbesiedlung von E. coli wird reduziert und die Immunantwort der Darmschleimhaut steigt an. Eine Steigerung der lokalen Immunität wird durch die Aufnahme von den in bovinem Kolostrum enthaltenden Immunglobulinen, IgA, IgM und IgG in den Gastrointestinaltrakt erreicht.

Das passende Konzept für Ihre Ferkel

Der Einsatz von qualitativ hochwertigem bovinem Kolostrum in Biochem Konzepten unterstützt die Immunität und Weiterentwicklung des Ferkels. Die in der Praxis getesteten Lösungsansätze wie Piglet Protector® und Bimulac® Pre zeigten wiederholt eine deutliche Reduzierung der Saugferkelverluste, eine erhöhte tägliche Zunahme, sowie eine reduzierte Durchfallinzidenz.

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