Jungtiere - die Agrarathleten von morgen.
Am Mittwoch, den 6. Juni 2018, organisierte Biochem ein Seminar in den Niederlanden, zu dem Teilnehmer der belgischen und niederländischen Futtermittelindustrie eingeladen waren. Das Thema des Nachmittags lautete: "Jungtiere - die Agrarathleten von morgen". Ziel des Seminars war, Fachleute aus dem Bereich der Tierfütterung zusammenzubringen und aus einer multidisziplinären Perspektive die verschiedenen Herausforderungen zu beleuchten, mit denen Ferkel und Kälber in ihrer frühen Lebensphase konfrontiert sind.
Die erste geladene Rednerin war Annamarie Thomas, eine ehemalige niederländische Eisschnellläuferin. Sie nahm an mehreren Olympischen Winterspielen teil und ist mehrfache Weltmeisterin im Eisschnelllauf. Heute trainiert und berät Annamarie junge Nachwuchssportler. Annamarie erklärte, dass mehrere Schlüsselkomponenten erforderlich sind, um ein professioneller Sportler und zukünftiger Medaillengewinner zu werden. Talent, viel Training, eine gute Einstellung und ein gesunder Lebensstil sind die Voraussetzungen dafür. Daneben erkennt Annamarie den Einfluss von Eltern und Trainern sowie der richtigen Ernährung auf die Jugendlichen. Der Goldmedaillengewinner der Zukunft zu werden, ist harte Arbeit und erfordert Opfer, aber am Ende muss auch die Freude am Sport bleiben.
Das wissenschaftliche Programm wurde von Prof. Dr. Henk Hogeveen, Professor für Tiergesundheitsmanagement an der Universität und Forschung Wageningen, eingeleitet. Henk beschrieb die Herausforderungen, mit denen ein Landwirt bei der Kälberaufzucht konfrontiert ist, und zwar aus Sicht eines Ökonomen. Die erste Herausforderung bestehe darin, dass die Jungviehaufzucht nur einer von vielen Managementbereichen ist, die der Landwirt steuern muss. In der Wissenschaft gibt es nur wenige Daten über die Aufzucht von Jungtieren, daher sind verschiedene Modelle erforderlich, um die tägliche Praxis zu simulieren. Die erfolgreiche Aufzucht eines Kalbes zur Färse kostet den Milchviehhalter ca. 1.540 € pro Tier. Wenn man die Arbeitskosten aus dieser Gleichung herausnimmt, ergeben sich Aufzuchtkosten von 1.041 € pro Färse. Ohne die wirtschaftliche Bewertung des Stalls bleiben 1,360 € pro Tier. Beides in Abzug gebracht betragen die Aufzuchtkosten 861 € pro Färse. Ein großer Teil dieser Aufzuchtkosten entfällt auf Futtermittel (697 € pro Färse). Henk zeigte, dass die Landwirte ihre Aufzuchtkosten notorisch unterschätzen. Die Konzentration auf die Senkung des Erstkalbealters kann dem Landwirt Einsparungen von 33 bis 66 € pro Färse und Monat bringen. Um sicherzustellen, dass junge Tiere die landwirtschaftlichen Athleten von morgen sind, sollten laut Henk zuerst die einfachen Entscheidungen getroffen werden: Sorgen Sie für einen guten Start durch frühes Kolostrum, richtige Hygiene und gutes Futter. Rechtzeitige Besamung sollte auf Grundlage der Entwicklung (Gewicht), nicht des Alters erfolgen. Die meisten Landwirte sind der Meinung, dass alle neuen Maßnahmen zu kostspielig sind und unternehmen daher nichts; wirtschaftliche Argumente sind notwendig, um diese Ansicht zu widerlegen. Allerdings reichen rein wirtschaftliche Argumente selten aus, um die Landwirte zu überzeugen.
Dr. Bas Swildens beleuchtete die Herausforderungen von Ferkeln während der Aufzuchtphase aus Sicht des Tierarztes. Als Veterinärmediziner ist Bas an der Universität Utrecht tätig und bildet seit mehr als 20 Jahren Tiermedizinstudenten aus. Die Rolle des Tierarztes bestehe darin, als "Coach" für den Landwirt zu fungieren. Die wichtigsten Gesundheitsprobleme bei Ferkeln sind heutzutage Streptokokkeninfektionen, Untergewicht und Durchfall (verursacht durch Corona, Rota, Clostridium usw.). Mehrere Schlüsselkomponenten wurden als wesentlich für die Gesundheit der Ferkel vor und nach dem Absetzen bezeichnet. Vor dem Absetzen: Kolostrumaufnahme (>150 ml pro Tag), Absetzalter (>25 Tage), Futteraufnahme (>500 g pro Ferkel und Tag), Wasseraufnahme (Erlernen der Nutzung des Trinknippels) und Transfer der Ferkel nur bei gefülltem Magen. Nach dem Absetzen waren die folgenden Komponenten am wichtigsten: ausreichende Futter- und Tränkestellen (mindestens eine für je 10 Tiere), Sicherstellung des Futterangebots, Klima (m3 pro Ferkel, Luftqualität, Geschwindigkeit der Ventilation) und Hygiene. Bas kam zu dem Schluss, dass es sich lohnt, die Ferkel in den ersten Wochen ihrer Entwicklung zu verwöhnen, da dies für gesunde und leistungsfähige Ferkel in späteren Lebensphasen sorgt, die den Herausforderungen moderner Haltungssysteme gewachsen sind.
Peter van Beek, Produktmanager bei Nukamel, einem niederländischen Milchaustauscherhersteller, erklärt die Vision und den Ansatz von Nukamel bei der Aufzucht junger Kälber. Der wichtigste Aspekt bei der Herstellung eines Milchaustauschers ist die Qualität der Rohstoffe. Die Auswahl des Materials ist entscheidend für die Leistung der Kälber. Ein Beispiel hierfür ist die Verwendung von Milchprodukten, die einer Niedrigtemperaturbehandlung unterzogen wurden, wodurch eine optimale Nährstoffverfügbarkeit gewährleistet wird. Die Verwendung eines frischen Produkts ermöglicht eine bessere Verfügbarkeit von verdaulichen Milchproteinen. Nukamel ermutigt Landwirte, das Programm für beschleunigtes Kälberwachstum zu nutzen. Zu den Vorteilen dieses Programms gehören eine verkürzte Zeit bis zum Zuchteinsatz, eine höhere Effizienz bei der Gewichtszunahme, eine höhere Milchleistung in der ersten Laktation und eine bessere Gesundheit. Ein beschleunigtes Wachstum sollte jedoch nur dann in Betracht gezogen werden, wenn wichtige Voraussetzungen gegeben sind, die eine langfristige Leistungssteigerung ermöglichen. Ein beschleunigtes Wachstumsprogramm sollte mit einem eiweißreichen Kälbermilchaustauscher durchgeführt werden, der aus Rohstoffen mit hoher Nährstoffqualität besteht.
Die letzte Rednerin des Tages war Birgit Keimer, Produktmanagerin für Pro- und Präbiotika bei Biochem, die die Vorteile von TechnoYeast, einem innovativen hydrolysierten Hefeprodukt, erläuterte. Keimer betonte, dass die Futteraufnahme in den ersten Tagen nach dem Absetzen ein Schlüsselfaktor für eine erfolgreiche Ferkelaufzucht ist. Eine reduzierte Futteraufnahme wirkt sich negativ auf die Immunität, die Darmmorphologie, die Entzündung von Darmgewebe, das Auftreten von Durchfall und die Wachstumsleistung aus. TechnoYeast hat einen starken Umami-Geschmack, der von Ferkeln gerne angenommen wird und so die Futteraufnahme fördert. Darüber hinaus liefert TechnoYeast hochverdauliches Eiweiß, präbiotische Effekte durch das Vorhandensein von Beta-Glucanen und MOS sowie Nukleinsäuren als Quelle von Nukleotiden, Vitaminen und Mineralien. Ein kürzlich von Biochem in Dänemark durchgeführter Versuch mit abgesetzten Ferkeln hat gezeigt, dass die Zugabe von 1 % TechnoYeast 3 % des Blutplasmas in der Nahrung teilweise oder vollständig ersetzen kann, wodurch der typische Rückgang der Futteraufnahme verhindert wird, der normalerweise erfolgt, sobald die Blutplasma-Gabe eingestellt wird, und dass zusätzliche positive Auswirkungen auf die Darmphysiologie erzielt werden. Kurz gesagt: TechnoYeast bietet Jungtieren einen Vorsprung als funktionelle und hochverdauliche Proteinquelle, eine Geschmacksverbesserung für eine verbesserte und stabile Futteraufnahme sowie präbiotische und immunmodulierende Effekte durch Hefezellwandkomponenten.
Insgesamt blicken wir auf ein erfolgreiches und interessantes Seminar zurück, in dem die verschiedenen Herausforderungen, mit denen Jungtiere konfrontiert sind, aus einer multidisziplinären Perspektive diskutiert wurden. Biochem bietet ein komplettes Sortiment an hochwertigen Lösungen für Jungtiere. Die Produkte sind wissenschaftlich fundiert und berücksichtigen die verschiedenen Herausforderungen, die auf dem Betrieb, in der Futtermühle oder beim Premixer zu bewältigen sind.











