Kükenqualität: Warum ist dies ein wichtiges Thema?
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Für viele Geflügelhalter steht die Qualität von Eintagsküken im Vordergrund, weshalb dieses Thema nach wie vor intensiv diskutiert wird. Gesunde Küken sind für eine optimale Leistung in der Geflügelzucht entscheidend. Die Qualität der Eintagsküken bildet die Grundlage für eine erfolgreiche Geflügelproduktion und bestimmt die Rentabilität. Küken geringer Qualität entwickeln sich langsam, nehmen möglicherweise weniger Futter auf, wachsen langsamer und verwerten Futter schlechter.
Landwirte sehen sich mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert, da die Qualität der Küken bereits in den frühesten Stadien ihrer Entwicklung festgelegt wird. Sie müssen Küken geringer Qualität erkennen und alle Einflussfaktoren verstehen, die die Qualität der Eintagsküken beeinflussen, sobald diese auf dem Hof eintreffen. Dieses Wissen ermöglicht es ihnen, Problembereiche zu identifizieren und notwendige Anpassungen vorzunehmen. Allerdings können verschiedene Probleme, von denen einige frühzeitig nur schwer zu erkennen sind, die Qualität der Eintagsküken beeinträchtigen.
Von der Elterntier-Farm, über die Brüterei und den Transport, bis hin zur Einstallung der Tiere auf dem Mast- oder Legebetrieb, haben Managementpraktiken einen erheblichen Einfluss. Optimierte Abläufe und vorbeugende Maßnahmen können sicherstellen, dass die Küken einen optimalen Start haben.
Warum die Entwicklung in der ersten Woche so wichtig ist.
Die zootechnischen Leistungen einer Herde hängen von vielen Faktoren ab. Es ist wichtig, zu verstehen, dass ohne eine solide Grundlage, die in der ersten Woche geschaffen wird, die Herde eine viel geringere Chance hat, die gewünschte Zielleistung zu erreichen.
Es wird angenommen, dass Küken ihr Gewicht innerhalb der ersten Lebenswoche vervierfachen. Je höher ihr Startgewicht ist, desto besser sind ihre Chancen, nach der ersten Woche ein adäquates Gewicht zu erreichen. Dies legt den Grundstein für den weiteren Verlauf der Wachstumsphase.
Der Darm entwickelt sich schneller als jedes andere Organ - viermal schneller. Er ist für die Aufnahme der für das Wachstum wichtigen Nährstoffe zuständig und enthält die größte Menge an assoziiertem Lymphgewebe, welches ein Schlüsselfaktor für die Entwicklung der Immunität in der ersten Lebenswoche ist. Die Eintagsküken-Qualität (Abbildung 1) wird von vielen Faktoren beeinflusst und wirkt sich auf die Entwicklung in der ersten Lebenswoche sowie auf die zukünftige Produktionseffizienz und Gewinnmargen aus.
Abbildung 1: Eintagsküken-Qualität und wodurch diese beeinflusst wird.
Der Weg zur Qualität: von der Zucht über die Brut bis hin zum Betrieb.
Ein gutes Management der Elterntiere bildet die Grundlage für hochwertige Küken. Dabei haben die Genetik, das Alter, die Ernährung und die Gesundheit der Herde einen erheblichen Einfluss auf die Qualität der Küken. Der nächste Schritt umfasst den Brut-Prozess sowie das Schlüpfen der Küken, was einen entscheidenden Schritt darstellt. Unsachgemäße Brutbedingungen, Hygiene, Handling nach dem Schlüpfen oder die Lagerung der Eier können beispielsweise zu einer verminderten Qualität der Eier und Küken führen.
Abbildung 2: Die Einflüsse auf die Kükenqualität in verschiedenen Stadien.
Durch das richtige Management dieser Faktoren wird sichergestellt, dass sich die Embryonen in einer gesunden und wachstumsfördernden Umgebung entwickeln. Dies hat einen erheblichen Einfluss auf die Schlupfrate und die Qualität der Küken. Unsachgemäßes Handling kann zu Problemen bei den geschlüpften Küken führen, beispielsweise zu einer verzögerten Absorption des Dottersacks, einer schlechten Nabelheilung und niedriger Uniformität. Diese Küken weisen möglicherweise auch eine schlechte Infektionsresistenz auf, was ihnen einen guten Start erschwert.
Kritische Stunden: Ernährung und Tierwohl nach dem Schlüpfen.
Küken reagieren in den ersten Stunden und Tagen nach dem Schlüpfen empfindlich auf Umweltfaktoren. Werden sie nicht ausreichend versorgt, kann die Mortalität in den ersten Lebenstagen rapide ansteigen. Während der Logistikphase in der Brüterei, die mit dem Schlupfzeitraum beginnt, steigt der Energiebedarf der Küken erheblich an. Danach durchlaufen die Küken mehrere Prozesse, darunter Geschlechtsbestimmung, Sortierung, Impfung und Vorbereitung für den Transport und die Lieferung an den Betrieb. In der Regel haben die Küken zu diesem Zeitpunkt noch keinen Zugang zu Futter oder Wasser. Es hat sich gezeigt, dass sich der fehlende Zugang zu Futter und Wasser in der ersten Zeit nach dem Schlüpfen nachteilig auf die weitere Entwicklung und Leistung der Küken auswirkt (Abbildung 3). Frühere Untersuchungen haben erwiesen, dass eine Verzögerung des Zugangs zu Futter um 48 Stunden nach dem Schlüpfen sogar die Expressionsmuster von Genen beeinflusst. Diese stehen im engen Zusammenhang mit der Darmbarriere und den Tight Junctions des Dünndarms, der Verwertung von Kohlenhydraten sowie Aminosäuren, der hormonellen Signalübertragung, der Zelldifferenzierung und dem Proteinstoffwechsel im Muskelgewebe.
Abbildung 3: Die negativen Auswirkungen verzögerter Futter- und Wasserversorgung.
Im Laufe der Jahre haben Fortschritte in den Bereichen Ethik und Tierschutz die Entwicklungen in der Branche beeinflusst und sich direkt auf die Brutprozesse ausgewirkt. Die meisten Märkte haben erkannt, wie wichtig eine möglichst frühzeitige Nährstoffgabe für eine gute Küken-Qualität ist, welche wiederum für das Wohlergehen der Tiere von hoher Bedeutung ist.
Die frühzeitige Bereitstellung von Futter und Wasser (ad libitum) nach dem Schlüpfen stimuliert die Entwicklung des Darms sowie des Immunsystems, mindert den Gewichtsverlust und reduziert die Mortalität, die mit einer verspäteten Fütterung zusammenhängen kann. Das Konzept der frühen Unterstützung hat sich zu verschiedenen Methoden weiterentwickelt, um den Küken einen guten Start zu ermöglichen (Tabelle 1).
Tabelle 1: Die verschiedenen Methoden der frühen Unterstützung, ihre Vorteile und die damit verbundenen Herausforderungen.
Das Schlüpfen im Stall ist ein vergleichsweise neues Verfahren in der Branche. So wird vermieden, dass Küken vom Schlüpfen bis zur Lieferung unnötigen Transportwegen ausgesetzt sind. Außerdem haben die Küken so unmittelbar nach dem Schlüpfen Zugang zu Futter und Wasser.
Studien haben gezeigt, dass unter geeigneten Bedingungen durch das Schlüpfen im Stall robuste Küken höchster Qualität gezüchtet werden können. Allerdings sind noch nicht alle Märkte für eine so bedeutende Veränderung in der Küken-Erzeugung bereit. Daher bleiben Brütereien ein wichtiges Bindeglied zwischen Elterntier-Herden und den Produktionsbeständen. Im Rahmen des Tierschutzes für Küken ist die Geschlechtsbestimmung vor dem Schlüpfen sowie die Keulung männlicher Küken zu einem globalen Anliegen geworden. Mehrere Produzenten suchen nach Lösungen für dieses Problem oder setzen diese bereits um.
Europa nimmt bei dieser ethischen Fragestellung eine Vorreiterrolle ein, insbesondere in Märkten wie Frankreich und Deutschland. Gleichzeitig führt dies zu einem zusätzlichen Arbeitsschritt in den Brütereiprozessen, was sowohl Vor- als auch Nachteile für das Qualitätsmanagement von Eintagsküken mit sich bringt.
Logistik der Brütereien, Marktherausforderungen und ihre Bedeutung.
Das übergeordnete Ziel besteht darin, dem Tierschutz und der Wirtschaftlichkeit in der Geflügelproduktion Vorrang einzuräumen. Die Märkte sind volatil, da Angebot und Nachfrage von Küken durch Veränderungen in der Biologie (wie Schlupfrate und Krankheiten), der Politik (z. B. Keulungsverbote und Transportvorschriften) sowie der Logistik (bspw. Transportkosten und Dienstleistungen) beeinflusst werden. Engpässe und Überangebote, die durch Faktoren wie Krieg, staatliche Vorschriften und Pathogene wie die Vogelgrippe verursacht werden, haben in vielen Märkten zu einem Anstieg der Preise für Eintagsküken geführt (Abbildung 4).
Abbildung 4: Die Probleme im Zusammenhang mit einem Über- oder Unterangebot an Küken.
Die effiziente Verwaltung der Lagerzeiten von Eiern und geschlüpften Küken in der Brüterei ist daher komplizierter geworden, was die Lieferung hochwertiger Küken noch wichtiger macht. Die aktuellen Marktprobleme mit Lieferketten und Logistik führen jedoch zu längeren Lagerzeiten für Eier.
Es wird berichtet, dass längere Lagerzeiten nach dem Schlüpfen zu einer Beeinträchtigung der Küken-Qualität führen. Gründe hierfür sind Dehydrierung, verminderte Dotterreserven, reduziertes Körpergewicht und eine erhöhte Mortalität, die sowohl vor als auch nach der Einstallung im Betrieb auftreten. Frühere Studien zeigen, dass sich längere Lagerzeiten bei Eiern von jüngeren Elterntieren weniger negativ auswirken als bei Eiern älterer Tiere. Jedoch sind die Küken von jüngeren Hennen beim Schlüpfen oft kleiner, wohingegen ein höheres Schlupfgewicht als förderlich für eine gesunde und stabile Entwicklung angesehen wird. Daher kann die Anpassung der Lagerbedingungen an das Alter der Elterntiere die negativen Auswirkungen längerer Lagerzeiten auf die Qualität der Eintagsküken mindern.
Idealerweise sollten Integrationen und Brütereien eine Herde im mittleren Legealter (etwa 40 bis 50 Wochen) anstreben. So lässt sich das Gewicht, die Vitalität und die Immunität der Küken optimieren, während das Risiko minimiert wird, dass von den Elterntieren ausgehende Faktoren die Qualität der Eintagsküken negativ beeinflussen. Leider ist dies aufgrund der schwankenden Marktbedingungen nicht immer möglich, weshalb Brütereien ständig vor der Herausforderung stehen, eine gute Schlupfrate aufrechtzuerhalten und qualitativ hochwertige Küken zu produzieren. Der Schwerpunkt liegt daher darauf, in den entscheidenden ersten Stunden und Tagen die bestmöglichen Voraussetzungen für die Geflügelproduktion zu schaffen.
Unterstützung der Küken – für einen starken Start.
Bei Biochem haben wir die verschiedenen Prozesse untersucht, die die Qualität der Eintagsküken beeinflussen. Trotz technologischer Fortschritte im Management der Tiere, während und nach dem Schlüpfen, sind Küken häufig unvermeidbarem Stress ausgesetzt. Dieser wird durch begrenzten Zugang zu Wasser und Futter, Impfungen, extreme Transportbedingungen, sowie Probleme in der Produktions- und Lieferkette verursacht. Diese Faktoren können zu einem schlechten Start für die Küken beitragen. In vielen Fällen profitieren Küken von einer unterstützenden Nährstoffgabe in den ersten Stunden und Tagen nach dem Schlüpfen.
Das Küken Support-Programm von Biochem bietet eine umfassende Lösung. Es konzentriert sich auf die frühzeitige unterstützenden Nährstoffgabe, um die Darmentwicklung so schnell wie möglich anzuregen. Dieser Ansatz wirkt sich direkt positiv auf die Entwicklung des Immunsystems aus, verringert die Wahrscheinlichkeit der Ansiedlung von Pathogen im Darm in den ersten Tagen und erhöht gleichzeitig die Fähigkeit der Küken, Nährstoffe aufzunehmen. Darüber hinaus zielt das Programm darauf ab, die Darmintegrität zu unterstützen und die Hydrierung während der ersten Stunden aufrechtzuerhalten. Dies ist besonders bedeutsam, um pathogene Mikroorganismen zu kontrollieren, die Tight Junctions zwischen den Darmepithelzellen zu erhalten und Dehydrierung während des Transports sowie unter Bedingungen von Temperaturstress und anderen Belastungen zu verhindern. Die letzte Komponente des Küken Support-Programms ist die Methylgruppen-Abgabe. Diese gleicht Defizite aus, die während der Abläufe nach dem Schlüpfen auftreten können.
Das Programm fokussiert sich auf zwei Bereiche: die Brüterei und die ersten Tage der Tiere auf dem Produktionsbetrieb. Dadurch können wir die maximale Unterstützung der Küken am Anfang ihres Lebens gewährleisten. Über die letzten Jahren hat Biochem mit seinem Küken Support-Programm jährlich mehr als 250 Millionen Küken unterstützt.
Das Programm hat sich nachweislich positiv auf die Mortalität und Gewichtszunahme in der ersten Woche sowie auf die Uniformität und Gesamt-Mortalität der Herde ausgewirkt. Einige Kunden konnten die Mortalität in der ersten Woche auf unter 1 % senken und die Gesamt-Mortalität in einigen Fällen um mehr als 3 % reduzieren. Kunden aus dem europäischen Raum berichteten über einen Rückgang der Mortalität in der ersten Woche von 1.22 % auf bis zu 0.79 % bei Masthähnchen von jüngeren Elterntier-Herden (jünger als 30 Wochen). Gleichzeitig erhöhte sich das Körpergewicht der Küken nach einer Woche (Abbildungen 5 und 6).
Die Umsetzung des Küken Support-Programms hat zudem spannende Erkenntnisse in Bezug auf die Reduktion der Stress-Effekte, bedingt durch die Prozesse in der Brüterei sowie lange Transportdauern in heißen, humiden Klimabedingungen in Asien-Pazifik, gezeigt. Bei Ankunft der Küken auf dem Betrieb wurden höhere Körpergewichte durch die Anwendung des Küken Support-Programms festgestellt. Zudem wurden Verbesserungen der zootechnischen Leistungen in der ersten Lebenswoche beobachtet (Abbildungen 5 und 6).
Bei langen Transportzeiten sind zwei Faktoren besonders wichtig: der Gewichtsverlust der Eintagsküken und die Mortalität während des Transports. Versuche im asiatisch-pazifischen Raum haben gezeigt, dass das Küken Support-Programm bei Großeltern-Küken den Gewichtsverlust um bis zu 40 % und die Mortalität während des Transports um bis zu 50 % senken konnte. Durch Verbesserungen der Gesundheit der Küken hat es dazu beigetragen, die Anzahl der tot auf dem Hof ankommenden Küken zu verringern und die Anzahl notgetöteter Küken zu senken.
Abbildung 5: Die Mortalität in der ersten Woche bei DOC sinkt, wenn das Küken Support-Programm umgesetzt wird.
Abbildung 6: Das Körpergewicht von Masthühnern in der ersten Woche steigt, wenn das Küken Support-Programm umgesetzt wird.
Die Geflügelindustrie befindet sich an einer wichtigen Schnittstelle, in der die Bereiche Wissenschaft, Wirtschaft und Tierschutz bei der Produktion von Eintagsküken zusammenlaufen.
Angesichts schwankender Märkte und anhaltender Anforderungen ist ein proaktives Management der Küken-Qualität nicht nur vorteilhaft, sondern für eine nachhaltige Produktion unerlässlich. Mit umfassenden Strategien zur frühen Unterstützung, wie sie von Biochem angeboten werden, können Produzenten sensible Küken in robuste Leistungsträger verwandeln, die ihr genetisches Potenzial voll ausschöpfen. Die Investition in die Küken-Qualität ist somit nicht nur eine operative Entscheidung, sondern bildet die Grundlage für den Erfolg Ihres gesamten Produktionssystems.











