Wie organisch gebundene Spurenelemente die Klauengesundheit von Milchkühen und Sauen verbessern.
Klauengesundheit ist eine komplexe Angelegenheit. Herdenmanagement, Aufstallung, Genetik und Fütterung sollten optimal sein. Aber haben Sie auch an die verschiedenen Spurenelementen Quellen gedacht? Sie können den entscheidenden Unterschied machen.
Klauengesundheit ist ein ausgesprochen wichtiges Thema – sowohl bei Milchkuh- als auch bei Sauenherden. Schlechte Klauengesundheit (Abbildungen 1 und 2) ist für Landwirte und Veterinärmediziner ein großes Problem, da sie oft mit Lahmheit verbunden ist und eine der häufigsten Ursachen für Merzungen darstellt. Welchen Hintergrund hat das? Und welche Rolle spielt im Bereich der Klauengesundheit die Versorgung mit Spurenelementen?
Abbildung 1: Häufig auftretende Klauenprobleme bei Sauen: Ballenrisse (A), Sohlengeschwür (B), Risse in der Klauenwand (C), Risse in der weißen Linie (D)
Abbildung 2: Häufig auftretendes Klauenproblem bei Kühen: Mortellaro
Klauenprobleme beeinträchtigen Tierwohl und wirtschaftlichen Erfolg.
Schlechte Klauengesundheit wirkt sich negativ auf das Tierwohl aus. Schmerz und Lahmheit aufgrund von Klauenproblemen stören das Wohlbefinden und behindern das normale Verhalten sowohl von Milchkühen als auch von Sauen. Betroffene Tiere zeigen längere Liege- und kürzere Stehzeiten. Das führt zu einer geringeren Futter- und Wasseraufnahme sowie zu einer schlechteren Körperkondition. Der durch die Klauenprobleme hervorgerufene Stress kann überdies die Immunabwehr schwächen, wodurch die Tiere auch für andere Erkrankungen anfälliger werden.
Aber nicht nur das Wohlbefinden der Tiere, auch der wirtschaftliche Erfolg des Betriebs wird durch die Klauengesundheit maßgeblich beeinflusst. Eine vorzeitige Merzung, vor allem von jungen Hochleistungssauen und -kühen, die sich nicht amortisieren, bedeutet schmerzhafte wirtschaftliche Verluste für den Landwirt. Klauenprobleme können auch beträchtliche Tierarztkosten mit sich bringen – unter Umständen in Verbindung mit nicht ablieferbarer Milch bei Kühen – sowie die Fruchtbarkeit von Kühen und Sauen herabsetzen. Auch die Ferkelproduktion bei Sauen wird beeinträchtigt, was sich in mehr erdrückten Ferkeln, weniger abgesetzten Ferkeln sowie geringeren Absetzgewichten zeigt. Lahme Kühe haben geringere Milchleistungen, was auch den wirtschaftlichen Erfolg des Milchviehbetriebs senkt.
Die Rolle von Spurenelementen für die Klauengesundheit.
Welche Faktoren beeinflussen die Klauengesundheit? Diese ist bei Milchkühen und Sauen multifaktoriell; dementsprechend sind verschiedene Aspekte zu betrachten, um einen einwandfreien Klauenzustand der Herde zu gewährleisten. Neben Haltungsbedingungen, Genetik und Management (z. B. regelmäßiges Klauenschneiden) gilt auch die Futterzusammensetzung als relevanter Einfluss auf die Klauengesundheit. Ein Baustein für einwandfreie Gesundheit der Klauen ist hier die richtige Versorgung mit Spurenelementen. Trotz Zufuhr nur geringer Mengen im Vergleich zum Gesamtfutter erfüllen Spurenelemente beim Erhalt der Klauengesundheit wesentliche Aufgaben, die nicht durch andere Fütterkomponenten übernommen werden können (Abbildung 3).
Zink (Zn): Das Horn der Klaue ist zusammengesetzt aus Keratinproteinen und dem sogenannten Interzellularkitt („Intercellular Cementing Substance“ – ICS), der aus Lipiden und Glykoproteinen besteht. Zink ist wesentlich für die Keratinsynthese, weil es unter anderem Bestandteil zahlreicher der für diesen Prozess notwendigen Enzyme ist. Als Teil des Enzyms Superoxiddismutase gehören Zink wie auch Kupfer und Mangan zum antioxidativen System und schützen die Lipide im Interzellularkitt vor oxidativen Schäden. Das sorgt für Festigkeit und Elastizität des Klauenhorns. Überdies ist Zink für die Wundheilung wichtig, was das Risiko von Bakterieneintritt und Wundinfektionen verringert.
Kupfer (Cu): Kupfer wird bei der Hornbildung als Teil des Enzyms Thioloxidase für die Bildung von verbindenden Disulfidbrücken zwischen Keratinfasern benötigt. Auch die Biogenese des Bindegewebes ist auf Kupfer angewiesen, da Kupfer für die Vernetzung zwischen Kollagen- und Elastinfasern durch das Enzym Lysyloxidase benötigt wird. Unterm Strich ist Kupfer für die Festigkeit und Elastizität von Klauenhorn und Bindegewebe unerlässlich.
Mangan (Mn): Mangan ist wesentlich für die Festigkeit von Knochen und Bindegewebe, da es als Teil zahlreicher Enzymsysteme an deren Bildung und Wachstum beteiligt ist. Zudem trägt eine gute Entwicklung von Knochen und Bindegewebe zu einer korrekten Beinstellung und Klauenposition bei. Damit werden die Klauen ausgeglichen belastet, sodass die Entwicklung von Klauenproblemen weniger wahrscheinlich ist.
Abbildung 3: Rolle der Spurenelemente Zn, Cu und Mn für Klauengesundheit bei Kühen und Sauen.
Vorteile organisch gebundener Spurenelemente.
Spurenelemente können den Tieren nur bei Aufnahme über die Darmwand einen entsprechenden Nährwert bieten. Demzufolge reicht die richtige Menge an Spurenelementen im Futter nicht aus. Es kommt auch entscheidend auf die Quelle der Spurenelemente an. Zahlreiche Studien zeigen, dass die Bioverfügbarkeit organisch gebundener Spurenelemente höher ist als bei anorganischen Quellen wie Sulfaten. Sulfate sind anfällig für antagonistische Effekte, weil sie im oberen Magen-Darm-Trakt leicht dissoziieren. Die frei werdenden Metallionen können mit anderen Futterkomponenten unlösliche Komplexe bilden oder an der Darmwand um Transportwege konkurrieren. Im Ergebnis werden große Mengen an nicht aufgenommenen Spurenelementen über den Kot ausgeschieden. Dagegen sind organisch gebundene Spurenelemente in der Regel Chelate, bei denen das Spurenelement an einzelne Aminosäuren (z. B. Glycin) oder an eine Mischung von Aminosäuren aus hydrolysiertem Sojaprotein gebunden ist. Wegen ihrer höheren Bindungsstärke sind Chelate stabiler und weniger anfällig für antagonistische Effekte. So kann eine entsprechend höhere Menge an Spurenelementen aufgenommen werden.
Bessere Klauengesundheit bei Kühen und Sauen.
In mehreren Feldversuchen konnte Biochem nachweisen, dass sich der Einsatz von Glycinchelaten (E.C.O.Trace®) günstig auf Klauengesundheit und die Leistung von Kühen und Sauen auswirkt. In einem kürzlich erfolgten Feldversuch auf einem Milchviehbetrieb mit 800 Kühen in Ostdeutschland erhielt die Kontrollgruppe ein Mineralfutter mit anorganischen Quellen mit 1200 mg Zink, 800 mg Mangan und 240 mg Kupfer je Kuh und Tag. In der Versuchsgruppe wurden zwischen 30 und 50 Prozent der anorganischen Quellen durch Glycinchelate ersetzt. Bei Verwendung von Glycinchelaten konnte die Inzidenz von Mortellaro und Sohlengeschwüren verringert werden. Gleichzeitig wurden Fruchtbarkeitsparameter sowie die Milchleistung verbessert (Abbildung 4).
Abbildung 4: Verbesserte Klauengesundheit und Leistung bei Milchkühen durch teilweisen Ersatz von anorganischem Zn, Cu und Mn durch Glycinchelate (E.C.O.Trace®) (Mittelwerte, ab signifikante Unterschiede zwischen den Behandlungen, p < 0,05) (Mählmeyer & Landwehr, 2019).
Zur Verringerung der Inzidenz von Klauenproblemen in einem Betrieb mit 750 Sauen in Norddeutschland wurden die Tiere zwölf Monate lang während der gesamten Trage- und Laktationszeit mit einer Kombination aus Glycinchelaten (E.C.O.Trace®) (50/30/10 ppm Zn/Mn/Cu) und anorganischen Spurenelementen gefüttert. Die Änderung bei der Versorgung mit Spurenelementen führte zu einer Verbesserung bei verschiedenen Klauenproblemen der Sauen (Abbildung 5). Dies ging mit verringerter Remontierungsrate und verbesserter Langlebigkeit bei Sauen einher (Abbildung 6).

Abbildung 5: Positive Effekte von Glycinchelaten (E.C.O.Trace®) auf die Klauengesundheit von Sauen (1 = Symptom tritt nicht auf; 4 = Symptom tritt stark ausgeprägt auf)
Abbildung 6: Geringere Remontierungsrate und verbesserte Langlebigkeit von Sauen nach Supplementierung von Glycinchelaten (E.C.O.Trace®)
Schlussfolgerung.
Die Klauengesundheit von Milchkühen und Sauen ist für das Tierwohl und den wirtschaftlichen Erfolg des Betriebs ausgesprochen wichtig. Organisch gebundene Spurenelemente sind ein wesentlicher Faktor für Futterstrategien zur Optimierung der Klauengesundheit, was auch zur allgemeinen Tiergesundheit und zu hohen Leistungen beiträgt. Wenden Sie sich an einen Spezialisten von Biochem oder besuchen Sie unsere Website, um mehr über unser Produktangebot zu erfahren.
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